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Internationale Konferenz
Die Feier des Tages der Ungarischen Wissenschaft in Österreich: Der Präsidialbeirat für ungarische Wissenschaften im Ausland der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und das Imre Samu Sprachkompetenzzentrum (der sprachwissenschaftliche Beirat) des UMIZ organisierten am 20. November 2009 gemeinsam eine Konferenz mit dem Titel „Die ungarische Sprache und Kultur im Karpatenbecken“. Die Ungarische Akademie der Wissenschaften (kurz MTA) feiert den Tag der ungarischen Wissenschaft bereits seit dem Jahre 1997. Aus diesem Anlass werden im gesamten Karpatenbecken (in den Ländern rund um Ungarn) im Monat November eine Vielzahl an wissenschaftlichen Konferenzen abgehalten. Als Teil dieser feierlichen Reihe an Tagungen haben am Freitag, den 20. November sowohl österreichische Wissenschaftler, als auch die Mitglieder des sog. Termini Forschungsnetzwerkes (eines Zusammenschlusses sprachwissenschaftlicher Einrichtungen im Karpatenbecken) Vorträge im Collegium Hungaricum (kurz CH) in Wien gehalten und somit diesen Tag der Wissenschaft zum ersten mal auch in Österreich gefeiert. Ziel der Fachtagung war es auch eine Tradition einzuleiten, im Rahmen dessen sich die ungarische Volksgruppe Österreichs in Zukunft mit einer Konferenz pro Jahr an dieser Programmreihe der MTA beteiligt.
Unter dem Titel „Regio Sancti Martini - Das Leben des heiligen Martin dargestellt im Spannungsfeld der kommunalen Siedlungsstrukturen im pannonischen Lebensraum zwischen der Oberen Wart und Steinamanger und die Folgeentwicklung in der Karolinger- und Árpádenzeit.“ hielt am 07. März 2009 der Leiter des Archäologischen Beirates des UMIZ einen Vortrag in der Mehrzweckhalle Unterwart. Die über 170 anwesenden Interessenten befüllten diesen größten Veranstaltungsraum der Gemeinde wie sonst nur zu sehr feierlichen Anlässen. Nach einleitenden Begrüßungsworten des Institutsleiters des UMIZ, Herrn Mag. Ladislaus Kelemen, nahm das Präsidium des Vortrages, bestehend aus Herrn Josef Horvath (Bürgermeister von Unterwart), Herrn Mag. Hannes Herdits (Landesarchäologe des Burgenlandes) und Herrn Mag. Günther Horvath (Obmann des UMIZ) seinen Platz ein. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Bürgermeister ging es auch schon gleich „in medias res“. Der Vortragende, Dr. Otto Osztovits, Leiter des archäologischen Beirates des UMIZ schilderte anhand von Fotoaufnahmen archäologischer Funde sowie seinem fundierten Wissen über die Zeit der Entstehung der ersten Christengemeinschaften in der Region der Oberen Wart, die gesellschaftliche Strukturen und die Entstehung kollektiver Siedlungsformen der besagten Region. Einen Schwerpunkt des Vortrages bildete die Darlegung der Hypothese des Vortragenden, wonach erste Schriftquellen den Geburtsort des Heiligen Martin nicht in „Sabaria Civitatae“ (Steinamanger) sondern in „Sabaria Sicca“ (Zuberbach) darlegen. Des weiteren wurde auch auf die weitere Entwicklung der Martinsverehrung zur Zeit der Landnahme und der Zeit der ersten ungarischen Könige Bezug genommen. Da unter den im Sommer 2008 getätigten archäologischen Funden in Unterwart, die nun als ständige Leihgabe im UMIZ ausgestellt sind, auch viele Funde aus der sog. Árpádenzeit (der Zeit der Landnahme durch die Ungran) stammen, konnte die Lebensweise und das Umfeld der damaligen Einwohner der Region sehr anschaulich dargestellt werden. Nach dem über 1,5 Stunden dauernden Vortrag erhielt Mag. Hannes Herdits, der Landesarchäologe des Burgenlandes das Wort. Anhand von Kartenmaterial und Luftaufnahmen präsentierte der Wissenschaftler die bisher aufgedeckten Fundorte der Region, sowie auch speziell die Fundstellen aus Unterwart. Unterwart ist aus archäologischer Sicht ein wahres Unikum: beinahe jede Zeitepoche ist hier vertreten (Urzeit, Neolitikum, Latene-Zeit, Keltenzeit, Römerzeit, Arpadenzeit, Mittelalter). Nach den sehr interessanten Ausführungen des Landesarchäologen leitete der Institutsleiter des UMIZ eine Podiumsdiskussion ein, der sich sogleich auch Fragesteller anboten. Es entwickelte sich eine rege Diskussion über Archäologie und Geschichte. Hierbei wurden auch geschichtliche Themen ungarisch-volksgruppenspezifischen Inhaltes erörtert. Nach der sehr gelungenen Veranstaltung konnten die Anwesenden Interessenten die „Unterwarter Funde“ auch gleich vor Ort, mit Erläuterungen des Landesarchäologen in Augenschein nehmen. Ein kleiner Imbiss rundete den Abend vollends ab. Dieser Vortragsabend war gleichsam eine Auftaktveranstaltung des archäologischen Beirates des UMIZ, welcher noch in diesem Jahr auch eine archäologische Fachkonferenz mit österreichisch-ungarischen Archäologen über die frühe Besiedelung zur Zeit der Landnahme zu organisieren gedenkt.
Wissenschaftliche Informationsbroschüre für burgenländische Pädagogen und Eltern:
Im Auftrag des Präsidialausschusses der Ungarischen Akademie der Wissenschaften für Ungarische Wissenschaften im Ausland erstellten die Verfasser Ladislaus Kelemen (der Institutsleiter des UMIZ), Silvia Szoták (die Leiterin des Imre Samu Sprachkompetenzzentrums, des sprachwissenschaftlichen Beirates des UMIZ) sowie Lajos Göncz (Lehrstuhlinhaber der Psychologischen Fakultät der Universität Novi Sad - Serbien) einen Leitfaden für burgenländische Pädagogen und Eltern bezüglich wissenschaftlich fundierter Beweggründe zur Wahl der volksgruppeneigenen Unterrichtssprache. Die durch das Amt des Ungarischen Ministerpräsidenten herausgegebene Publikation geht eingehend auf die Aspekte und Vorteile eines Unterrichtes in der Volksgruppensprache ein und erläutert Eltern genauso wie Lehrern die wichtigsten geschichtlichen, sprachwissenschaftlichen und soziologischen Faktoren einer zweisprachigen Erziehung. Die Publikation, die in einer Auflage von 1000 Stück erschienen ist, wird durch das UMIZ über all jene Bildungseinrichtungen an denen die Sprache Ungarisch gelehrt wird an die betreffenden Zielpersonen ausgeteilt. Weitere Interessenten können den Leitfaden gerne auch im UMIZ (www.umiz.at) erhalten.
Posted by Laszlo on Thursday 26 March 2009 - 16:51:34
Reiseimpressionen von Pater Peter Keresztfalvi OSB
Am Samstag, den 21. Feber 2009 lud das UMIZ zu einer Veranstaltung ganz besonderer Art. Pater Peter Keresztfalvi OSB präsentierte in der Alten Schule Fotos sowie auch kurze Videosequenzen seiner Sommerreise durch Paraguay, Argentinien und Brasilien. Die Reise, die der Benediktinermönch und Pfarrer von Unterwart in einer Gruppe mit 14 Gleichgesinnten durchführte, wurde von Pater Wilhelm Hirtl SVD, einem in der besagten Region über 30 Jahre lang tätig gewesenen ungarischen Missionar angeführt. Daraus resultierend wurden nicht nur Orte christlich-religiösen Hintergrundes präsentiert, sondern auch immer auf die dort lebende ungarische Emigration in Südamerika Bezug genommen. Die so auch volksgruppenspezifisch interessante Veranstaltung wurde von den rund 70 anwesenden Interessenten mit großer Begeisterung angenommen. Den großen Andrang, den diese Veranstaltung auslöste, konnte die Veranstaltungsräumlichkeit der Alten Schule Unterwart gerade noch aufnehmen, einigen Leuten standen nur mehr Stehplätze zur Verfügung. Dabei war es eine ganz besondere Ehre, neben den Ausführungen des Unterwarter Pfarrers auch Erlebnisschilderungen und Erfahrungsberichte von Pater Hirtl, des Missionarmönches der Societas Verbi Domini vor Ort in Unterwart erleben zu können. Der charismatische Missionar schilderte in voller durchlebter Hingabe seine Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten Missionsarbeit. Zusammengestellt wurde das Material durch Herrn Dr. Johann Pöschl, der auch für die technische Abwicklung des Abends verantwortlich war. Ein kleiner Imbiss rundete den sehr gelungenen Abend in angeregter Unterhaltung ab.
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