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Fertőrákos
(ZR, 09.03.2004) Fertõrákos (http://www.fertorakos.hu, zu deutsch "Kroisbach") ist DIE ungarische Ortschaft am Neusiedler See, ein Besuch hierher zahlt sich auf jeden Fall aus.
Für unsere Tour schlagen wir als Ausgangspunkt den Parkplatz am Grenzübergang Mörbisch (zu ungarisch "Meggyes"“) vor, welcher sowohl mit dem Auto als auch öffentlich sehr gut erreicht werden kann. Motorisierte fahren aus Richtung Rust kommend durch Mörbisch geradeaus durch, etwa 100 Meter hinter dem Ortsschild befindet sich der Parkplatz. Freunden des öffentlichen Verkehrs steht die Busverbindung Wien – Eisenstadt – Rust – Mörbisch zur Verfügung.
Die Grenze ist für Fußgänger und Radfahrer von 01. April bis 31. Oktober geöffnet. Das idyllische Grenzhäuschen liegt am Waldrand, freundliche Grenzbeamte beider Staaten begrüßen uns höflich.
Gleich neben dem Grenzstreifen liegt die Mithras-Höhle, ein kleines Stück Geschichte. Die Höhle ist nur zu den Besuchszeiten geöffnet, welche von Ungarn festgelegt werden.
Nachdem wir ungarischen Boden erreicht haben, werden uns erfahrungsgemäß mehrere Kleinunternehmer ansprechen, welche uns zu günstigen Konditionen den etwa 3 km langen Fußmarsch bis nach Fertõrákos ersparen möchten. So kann man beispielsweise mit einer Pferdekutsche oder mit einem Elektrotaxi den Fußmarsch abkürzen. Doch wer will das schon tun?
Die Straße bis Fertõrákos ist ohnehin kaum befahren, lediglich Radfahrer passieren uns immer wieder. Offiziell herrscht hier Fahrverbot für Autos, die Praxis belehrt uns aber teilweise eines besseren. Auf einer Anhöhe ertönt plötzlich mit ungarischer Betonung: "Erste biologische Tankstelle hinter Grenze" (analog verkündet selbiger Herr auf dem Rückweg: "Letzte biologische Tankstelle vor der Grenze" / Ambitionierte Marketing-Berater würden für diese Idee wohl eine satte Prämie kassieren :-) – ein Landwirt bewirbt in der Saison auf diese Weise seine selbst gemachten Rebengetränke... Wenige Meter hinter besagter Tankstelle öffnet sich linker Hand die wunderbare Aussicht auf den Neusiedler See. Mit Fernglas erkennt man sogar den Grenzstein mitten im See.
Interessant: Neusiedler See heißt auf ungarisch "Fertõ tó". Wort wörtlich bedeutet das "Seuchen See"!
Nach weiteren zehn Minuten haben wir schon Sichtkontakt zum Dorf. Unser Grenzweg mündet in einer Kreuzung, wo "klassisch ungarische Produkte" erworben werden können (Salami, Paprika, Holzfiguren und vieles mehr). Unweit von hier (circa eine Minute bergauf in Richtung Sopron, dann Einfahrt rechter Hand) ist auch das Restaurant "Mithras" – ein wunderbares Lokal mit durch und durch „menschlichen Preisen“, mit schattigem und sonnigen Gastgarten sowie einem herrlichen Panorama auf den Neusiedler See.
Ebenfalls unweit der Kreuzung – diesmal jedoch eine Minute talwärts in Richtung See – ist der Steinbruch ("Kõfejtõ") von Fertõrákos. Ein imposantes Objekt, dessen Besuch sich auf jeden Fall auszahlt!
Je danach, wie viel Zeit, Energie und Lust wir haben, kann die Tour nun fortgesetzt werden. Talwärts durch das Dorf flanierend begegnen wir mehreren Lokalen und Geschäften. Auch eine Abzweigung zum Yachthafen wäre möglich, lohnt sich jedoch nicht weiter.
Es dauert etwa eine halbe Stunde, bis wir das Dorf durchquert haben, es geht ununterbrochen bergab, dies wird uns auf dem Heimweg womöglich weniger erfreuen. Am Ende des Dorfes dann ein erlösendes Schild, welches uns den Weg zum See weist. Der Weg ist für diese Region klassisch, etwa 3 km lang und führ durch den Schilfgürtel, bis man schließlich den Strand erreicht. Bitte achten Sie auf vorbeifahrende Autos, denn einen Radweg oder einen Gehsteig gibt es hier leider nicht. Und es herrscht zwar eine 60 km/h Begrenzung, die Einhaltung selbiger wird aber in der Regel gar nicht kontrolliert...
An heißen Sommertagen ist hier am See fast so viel los, als wäre man am Plattensee. Viel Grünfläche lädt zum Entspannen ein, unzählige Büffets locken mit verschiedenen Angeboten. Als ausgezeichnet hat sich das Büffet namens "Zsóka" bewährt. Die Familie betreibt den Laden schon seit Jahren und macht – ohne zu übertreiben – einen der besten Lángos ungarnweit. Und da dieser Artikel auf www.langos.at steht, lädt diese Tatsache ja förmlich zum Verkosten ein!
Das Badevergnügen ist lustig, wenn auch in den letzten Jahren der Wasserpegel leider deutlich abgenommen hat. Schlammbegeisterte kommen aber garantiert auf ihre Rechnung. Politiker beider Staaten sind schon am überlegen, ob nicht Wasser aus der Raab oder aus der Donau hinzugeführt werden kann. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt... Zu einer Abkühlung ist der See aber immer noch genau das richtige!
Hat man das Badevergnügen (und das Abduschen) hinter sich gebracht, lohnt sich eventuell noch ein Spaziergang auf dem hölzernen Steg zu den Ferienhäusern diverser Unternehmen. Auch interessant ist ein Weg im hohen Schilf, der uns zu einem Kanal bringt, wo man wirklich Natur pur erleben kann.
Für den Rückweg bieten sich verschiedene Alternativen an: - Das Linienboot von direkt vor Ort bis nach Mörbisch - Der "echt" ungarischen Linienbus (Marke "Ikarus") bis zur oben erwähnten Kreuzung im Ort, von dort dann zu Fuß oder mit dem Elektrotaxi bis zur Grenze - Oder man wagt den Rückmarsch zu Fuß – bitte vor allem an heißen Sommertagen nicht unterschätzen! 3 km bis in Dorf, 2km durch das Dorf (bergauf), 3km zur Grenze (ungefähre Angaben)
Wir resümieren: Fertõrákos ist immer einen Ausflug wert. Sei es aus Österreich zu Fuß über die Grenz bei Mörbisch kommend oder mit dem Auto aus Richtung Deutschkreutz oder Sopron anreisend! Wir werden garantiert nicht enttäuscht!
Posted by Zoltán on Saturday 06 May 2006 - 13:00:02
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