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Gyanafalva
(MF, 18.10.2004) Hier möchten wir euch nicht nur beliebte Erlebnistouren und Themenwege des Bezirkes Jennersdorf veranschaulichen, sondern auch reizvolle Wanderwege und Ausflugsziele abseits der allseits bekannten „Touristenattraktionen“ vorstellen.
Im südlichsten Teil des Burgenlandes, eingebettet in sanftes Hügelland, befindet sich der Bezirk Jennersdorf (ungar. Name: Gyanafalva). Jennersdorf liegt inmitten des Dreiländerecks Ungarn-Slowenien-Österreich, zwischen zwei Flüssen: der Lafnitz im Norden und der Raab im Süden. Die Einzigartigkeit der Landschaft in dieser Grenzregion kann man am schönsten bei einem Ausflug entlang eines Rad- oder Wanderweges des Naturparks „Raab-Õrség-Goricko“ erfahren.
Ist einem das nicht aufregend genug, hat man die Möglichkeit, an einer Kanufahrt auf der Raab teilzunehmen.
Ist man an Geschichte und Kultur interessiert, empfehlen wir als Ausflugsziel den Steinberg von Grieselstein, im Volksmund „Stoagupf“ genannt. Der Steinberg ist ein Vulkankegel und zählt zu den ältesten Siedlungsgebieten des Burgenlandes. Obwohl der Steinberg nur wie ein sanfter Hügel aussieht, sollte man den Aufstieg nicht unterschätzen (für Personen mit Höhenangst wird Begleitschutz empfohlen).
Des Nächtens ist die einem Haus nachgeahmte Errichtung auf dem Gipfel beleuchtet. Dieses Häuschen sieht man besonders gut, wenn man im Dunkeln von der Therme Loipersdorf in Richtung Jennersdorf unterwegs ist.
An diesen beliebten Ausflugsort ist weiters eine Sage über eine hartherzige Burgfrau geknüpft.
Ein besonders schöner Themenweg ist der Friedensweg Schlösslberg in Mogersdorf.
Der Schlösslberg ist eine Gedenkstätte zur Türkenschlacht vom 1. August 1664 mit Museum und Kreuzstadl (alle Gebäude sind noch strohgedeckt!). Entlang des Friedenswegs kann man sich auf historischem Boden mit dem Thema Frieden auseinandersetzen.
Von der Spitze des Schlösselbergs aus kann man sich eines herrlichen Ausblicks weit bis nach Ungarn hinein erfreuen. Und hat man Glück und der Wind kommt günstigerweise aus Süd-Ost, so kann man sogar die Züge im Bahnhof in Szentgotthárd hupen hören.
Ihr möchtet in Ruhe wandern und die Natur genießen ohne vielen anderen Menschen zu begegnen? Dann können wir euch die Pilgerwege in Maria Bild besonders ans Herz legen.
Hier hat man die Möglichkeit, drei unterschiedlich lange und anspruchsvolle Wege zu erkunden: den Engelweg, den Rosenweg und den Wasserweg.
Doch ein wenig Abenteuerlust und Orientierungssinn solltet ihr schon mitbringen. Denn die Wanderwege sind zwar gekennzeichnet, trotzdem ist der brave Wanderer nicht davor gefeit, sich vielleicht ein oder zwei Mal zu verirren…
Auch bei einer Wanderung zum Glockenturm auf dem Binderberg in Henndorf wird man selten viele Touristen sehen. Dieser Glockenturm liegt so versteckt, dass man sich nicht wundern darf, wenn selbst Einheimische auf die Anfrage nach dem Weg dorthin mit unwissendem Blick und Schulterzucken antworten.
Als Ausgangspunkt nehmen wir die Volksschule in Henndorf an der Bundesstraße an. Man schlage dort den Weg in Richtung Therme Loipersdorf ein. Der Weg ist asphaltiert und teilweise sehr steil, aber die Straße ist nicht stark befahren und daher ruhig. Außerdem führt sie an einem netten Gehege mit Rotwild vorbei (ist aber kein Streichelzoo, also bitte nicht versuchen, die Tiere zu streicheln oder zu füttern). Ist man an der Kreuzung mit der Hirczy-Kapelle (steht übrigens unter Denkmalschutz) angelangt, nimmt man die Abzweigung nach rechts. Dann verlässt man die Straße zu rechter Hand und marschiert über den Trampelpfad den Hügel hinauf. Man sieht den Glockenturm erst, wenn man den Wasserhochbehälter erreicht hat. Falls man nicht zum Glockenturm findet, am besten nach dem „Bassin“ (sprich baßä), bzw. auf burgenländisch „baßäna“, fragen.
Ladet das Wetter einmal nicht zum Wandern oder Rad fahren ein, dann bietet sich die nahe Therme Loipersdorf, obwohl schon im Steirischen gelegen, zu einem entspannenden Badeaufenthalt an. Oder man ist ganz sportlich und fährt von Jennersdorf mit dem Rad zur Therme.
Hat einen die Bewegung an der frischen Luft hungrig gemacht, empfehlen wir einen der zahlreichen „Schmankerlwirte“ in der Umgebung, wie z.B. den Gasthof „Janitschek“ in Maria Bild, das Kreuzstadlrestaurant auf dem Schlösslberg oder das Gasthaus „Zum Türkenwirt“, beide in Mogersdorf).
Das Prädikat zum „Schmankerlwirt“ erhält nicht jeder Gasthof. Die burgenländischen Schmankerlwirte sind Wirtsleute, die sich zusammengeschlossen haben, weil sie der burgenländischen Küche einen besonders hohen Stellenwert einräumen. Bei einem Schmankerlwirt kann man bodenständige und regionale Speisen genießen, die sich wegen Ihrer Unverfälschtheit besonders auszeichnen.
Ist man einmal in Jennersdorf, dann darf man ein Gläschen Uhudler auf keinen Fall verweigern! Bekennende Liebhaber dieses Naturweines raten, die Verkostung dieser südburgenländischen Spezialität mit sportlicher Betätigung zu verbinden, indem man einen „Uhudler-Pfad“ (Rad- und Wanderweg durch historische Kellerviertel) in Angriff nimmt.
Der nächste Grenzübergang zu Ungarn ist in Heiligenkreuz (ca. 10 km von Jennersdorf entfernt). Aber einmal im Jahr hat der Grenzübergang für Fußgänger und Radfahrer in Neumarkt (nach Alsószölnök) geöffnet.
Weiterführende Links:
http://www.jennersdorf.info Informationen über den Bezirk Jennersdorf (Unterkünfte, Naturpark Raab, Veranstaltungen, Kulinarisches, Infrastruktur).
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